Der Starkwölfl als Drachentöter

In längst vergangenen Zeiten soll es bei uns viel wärmer gewesen sein. Auf dem Regglberg reiften damals noch Trauben und bis auf die heutigen Almwiesen hinauf gedieh das beste Korn. Das Etschland um Leifers war damals das reinste Paradies. Die steilen Hänge bei uns am Regglberg trugen schöne Wiesen und Wälder.
Da kam aus dem Welschland heraus ein schrecklicher Drache. In der Sissabachschlucht ober den Steinmannhöfen ließ er sich nieder. Das Ungeheuer verseuchte mit seinem Pestatem die ganze Gegend. Alles verdorrte. Die Quellen versiegten. Schließlich bekam der Starkwölfl Kunde von der großen Plage. Er machte sich auf, um es mit dem Drachen zu versuchen.

Gerade um die Mittagszeit kam er zu der Höhle, da hatte sich das Untier tief in der Felsenkluft verkrochen. Der Starkwölfl stellte ein Schaff frischer Milch vor die Höhle und wartete. Es dauerte nicht lange, da lockte der Geruch der Milch den Drachen heraus. Der Starkwölfl sah das Untier von oben und schleuderte mit aller Kraft seinen Felsbrock hinunter, grad auf dessen Kopf. Der Drache verendete und das schwarze Blut brauste hinab in die Etsch. Bis Trient soll der Fluß über die Ufer getreten sein. Die Leute am Regglberg atmeten wieder auf und konnten friedlich ihrer Arbeit nachgehen.

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